Chronik

Haddamshausen, ein kleines Dorf an der Allna gelegen, umgeben von Wäldern, im dreißigjährigen Krieg zum Teil zerstört, von Kleinbauern, Handwerkern und Arbeitern geprägt, wurde 1277 erstmals erwähnt. Aus diesem Anlass heraus beging die Gemeinde 1977 ihre 700-Jahr-Feier.

Dienst in der Feuerwehr war - soweit er sich zurückverfolgen lässt - allgemeine Pflicht der Männer einer Gemeinde. Früher war die gegenseitige Hilfeleistung stärker ausgeprägt als heute. Ein Nachbar half dem anderen in Not und Gefahr ohne große Aufforderung und ohne Frage der Gegenleistung. Das einfache Leben auf dem Lande brachte die Menschen einander näher. Es war mehr Bereitschaft vorhanden, am Schicksal des Nächsten teilzunehmen als das in der heutigen Zeit der Fall ist. Mit dem Fortschritt der Geschichte erleben wir auch den Fortschritt innerhalb der Brandbekämpfung sowie der Hilfeleistung. Es vollzog sich aus der Pflicht eine Freiwilligkeit. Aus Akten des Staatsarchives in Marburg geht hervor, dass in den Jahren 1825-1864 ein Spritzenverband mit dem Namen Reizberg bestand.

Der Name Reizberg ist eine Anhöhe nordöstlich von Oberweimar, die auch als Gerichtsstätte bekannt geworden ist. Zu dem obengenannten Spritzenverband zählten 15 Gemeinden:

Hermershausen, Haddamshausen, Cyriaxweimar, Gisselberg, Ronhausen, Wolfshausen, Niederweimar, Oberweimar, Kehna, Allna, Weiershausen, Nesselbrunn, Weitershausen, Dilschhausen und Elnhausen.

Innerhalb des Verbandes wurden zwei Feuerspritzen unterhalten, eine Spritze in Niederweimar und eine Spritze in Elnhausen. Alle dem Verband zugehörigen Gemeinden hatten sich an den sogenannten Feuerspritzkosten zu beteiligen. 1864 wurde der Spritzenverband des Gerichts Reizberg aufgelöst. In der Folgezeit bemühten sich nun die einzelnen Gemeinden um einen selbständigen Feuerschutz, so auch Haddamshausen. 

Am 9. November 1889 konnte dann die Gemeinde Haddamshausen eine Handdruckfeuerspritze von der damaligen Spritzenfabrik Klee und Sohn in Marburg zu einem Preis von 1.100 Goldmark erwerben. Diese Spritze ist noch gut funktionsfähig erhalten. Zwei Tage nach ihrer Anschaffung kam die Spritze in der Nachbargemeinde Niederweimar bei einem Großbrand zum ersten Mal zum Einsatz. Bei einem Einsatz wurde die Spritze an einen mit Pferden bespannten Leiterwagen angehängt. Die Spritzenmannschaft nahm auf dem Leiterwagen Platz, um mit Hornsignal die Brandstelle anzufahren. 

Die Alarmierung zur damaligen Zeit erfolgte durch Hornsignal sowie durch das Läuten der Kirchenglocken.

Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre setzte sich im Feuerlöschwesen immer mehr die Erkenntnis durch, dass eine effektvolle Brandbekämpfung nur dann möglich ist, wenn sich die Feuerwehr auf freiwilliger Basis zusammensetzt. Als sich der Gedanke der Freiwilligkeit auf dem Lande durchsetzte, bestand in den Städten schon länger eine freiwillige Feuerwehr.

Was die Gründung unserer Freiwilligen Feuerwehr angeht, so sind leider nur unvollständige Angaben und Unterlagen vorhanden, so dass wir weitgehend auf Auskünfte älterer Mitbürger angewiesen sind.

Die Gründung unserer Freiwilligen Feuerwehr erfolgte im Jahre 1931/32. Satzungen aus der damaligen Zeit sind uns nicht überliefert, lediglich eine Dienstanweisung an die Ortsbrandmeister aus dem Jahre 1906 sowie Vorschriften für das Feuerlöschwesen im Regierungsbezirk Kassel aus dem Jahre 1927. In Anlehnung an die obengenannten Dienstanweisungen und Vorschriften wurden die Wehrmänner mehr oder weniger ausgebildet. Ausbilder In der damaligen Zeit waren die Kameraden Johannes Merte, Johannes Böth und Jost Merte.

Übungen wurden meistens an den sogenannten dritten Feiertagen abgehalten. Im Anschluss gab es ein Essen mit Eiern und Speck, dazu ein Faß Bier zwecks Kameradschaftspflege.

1938 absolvierte Kamerad Jost Merte einen Ortsbrandmeisterlehrgang in Rotenburg an der Fulda. Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges ergaben sich personelle Umstellungen infolge Einberufung. Kamerad Merte wurde einberufen, sein Nachfolger als Ortsbrandmeister war Johannes Weinholz.

Die Ausbildung im zweiten Weltkrieg wurde schon weitgehend der heutigen angeglichen, also Aufstellung einer Löschgruppe. Aufgrund der Notsituation bildete sich 1943 eine Frauenlöschgruppe, die einen hervorragenden Ausbildungsstand erreichte. Ein Einsatz dieser Gruppe erfolgte nach Kriegshandlungen im Februar 1945 in Cappel.

Nach dem Krieg trat dann eine Vereinsmüdigkeit auf, die sich ebenfalls auf die Freiwilligen Feuerwehr auswirkte. Es brauchte eine gewisse Anlaufzeit, bis sich aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrte Männer mit jungen Kameraden zusammenfanden und wieder eine wirksame Wehr bildeten.

Die Reihenfolge der Ortsbrandmeister nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Gebietsreform 1974 (danach Wehrführer) bis heute ist etwa wie folgt: Jakob Koch, Gottfried Löwer, Heinrich Prinz, Helmut Wege, Hans Gerber, Konrad Löwer, Helmut Weber (1965 bis 1969), Jost Ammenhäuser (1969 bis 1977), Heinrich Prinz (1977 bis 1980), Gerhard Meister (1980 bis 1990), Norbert Wiese (1990 bis 1991) und Alwin Schneider (1991 bis 2021). Seit dem 07.02.2021 ist Daniel Zimmermann bis zu den nächsten Wahlen als Wehrführer kommissarisch im Amt.

 

Besondere Ereignisse während der Amtszeit der oben angeführten Kameraden sind wie folgt:

 

Gottfried Löwer

  • 1952 Anschaffung eines TSA 8/8, somit Ablösung der altbewährten Handdruckspritze

 

Helmut Weber

  • 1966 Bezirksfeuerwehrfest sowie 1967 Gründung der Jugendfeuerwehr

 

Jost Ammenhäuser

  • 1974 Bau des Feuerwehrgerätehauses
  • 1975 Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF 8

 

Gerhard Meister

  • 1984 Anfschaffung eines eigenfinanzierten MTW
  • 1986 Anbau einer 2. Fahrzeughalle

 

Norbert Wiese

  • 1991 Ersatzbeschaffung für den MTW aus 1984 wiederum aus Eigenmitteln

 

Alwin Schneider

  • 2002 Ersatzbeschaffung für LF 8 aus 1975
  • 2004 Ersatzbeschaffung für MTW aus 1991
  • 2007 Anbau Spinderaum und Schulungsraum nebst Toiletten

 


 

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